Pathologie in den Medien
Antwort der Geschäftsstelle auf Leserbrief zu Obduktionen im Deutschen Ärzteblatt
Pathologie in den Medien
Montag, 09. Mai 2011
Zum Artikel von Frau Kahl vom 17.12.2010 "Klinische Sektionen: Umfrage zeigt allgemeine Zustimmung" gab es einen Leserbrief von Dr. Schindler, Regensburg, der zu Verwirrung über die Höhe der Sektionskosten führte. Frau Kempny hat ihrerseits einen Leserbrief an das DÄB geschrieben und den Sachverhalt auf GOÄ-Niveau wieder richtiggestellt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrer Ausgabe Deutsches Ärzteblatt | Jg. 108 | Heft 10 | 11. März 2011 drucken Sie einen Leserbrief von Herrn Dr. med. Theophil Schindler, 93055 Regensburg, ab. Zu dem Sachverhalt selbst möchte ich nicht Stellung beziehen, sondern zu dem darin genannten Preis einer Obduktion von 4.000,- Euro. Ich vermute, hier ist bei einer der beteiligten Stellen ein Verständnis- oder Tippfehler vorgekommen. Der Preis einer Sektion liegt nach GOÄ bei (99,67 €) im Einfachsatz. Dazu kommen einige wenige zusätzliche Leistungen, meist im Preis von (14,11 €) im Einfachsatz. Selbst mit dem höchstmöglichen Multiplikator erreicht man nicht den in der Leserzuschrift genannten Preis. Ich befürchte nun, dass bei nicht einschlägig Informierten sich eine Vergütungshöhe in der Vorstellung festsetzt, der der Förderung des Obduktionswesens keinen guten Dienst leistet.

G. Kempny

Bundesverband Dt. Pathologen

LINK Leserbrief Kempny

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LINK Leserbrief Schindler

Schindler, Theophil
Klinische Sektionen: Das Kostenproblem
BRIEFE
Obwohl sich eine große Mehrheit der Bundesbürger für Obduktionen ausspricht, sinken die Sektionsquoten seit Jahren kontinuierlich (DÄ 50/2010: „Klinische Sektionen: Umfrage zeigt allgemeine Zustimmung“ von Antje Kahl).
Mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen. Allerdings erwähnt er wesentliche Aspekte nicht. Der Hauptgrund für die mangelnde Sektionshäufigkeit ist doch offensichtlich das Kostenproblem. Wenn die Staatsanwaltschaft die Sektion beantragt, gehen die Kosten an den Staat. Ein Krankenhaus, in dem ein Patient stirbt, und das dann die Sektion bezahlen muss, hat dafür in der heutigen Zeit einfach kein Geld. Den Angehörigen meiner Patientin, die mit 36 Jahren, kurz vor der Entbindung stehend, plötzlich starb, wurde gesagt: „Wenn Sie eine Sektion möchten, dann bekommen Sie die schon, die müssen Sie aber selbst zahlen. Das wird etwa 4 000 Euro kosten.“ Meine Patientin wurde nicht seziert. Woran ist sie gestorben? Spekulationen. So sieht die Wirklichkeit aus.

Dr. med. Theophil Schindler, 93055 Regensburg