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BDP-Pressemitteilungen, Startseite Donnerstag, 17. März 2016

Patienten profitieren von der digitalen Pathologie: Kurze Kommunikationswege, Live-Consulting, optimierte Organisationsprozesse


Die Digitalisierung in der Medizin schreitet voran und bestimmt immer mehr auch die Arbeitsweise in der modernen Pathologie. Zunehmend nutzten Pathologen hochleistungsfähige Systeme, um Gewebeschnitte über einen Scanner einzulesen und am Bildschirm zu analysieren. Wie an einem analogen Mikroskop kann der Pathologe das Präparat betrachten, unterschiedliche Ausschnitte auswählen und vergrößern. Er kann darüber hinaus einen gleichen Ausschnitt in verschiedenen Färbungen nebeneinander auf den Bildschirm legen und in Ruhe vergleichend auswerten. Von den Vorteilen der modernen Technik profitieren Patienten, Ärzte und Wissenschaftler gleichermaßen.

 

Qualitätssprung durch mehr Sicherheit

 

„Digitale Informationssysteme erleichtern die Kommunikation erheblich. Das gilt für den Austausch zwischen behandelnden Ärzten und den sie beratenden Pathologen innerhalb einer Stadt genauso wie für die bundesweit zunehmenden Kliniknetzwerke oder internationale Spezialisten. Das schnelle Heranziehen von Spezialistenwissen bedeutet für die Patienten noch mehr Sicherheit“, betont Prof. Dr. Werner Schlake, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen in Berlin. „Die Technik erlaubt ähnlich einer Telefonkonferenz ein visuelles Live Consulting. Auf kurzem Wege erfolgt so der Austausch mit Experten – wenn nötig über Landesgrenzen und Kontinente hinweg.“ Das bedeutet jedoch nicht, dass auf die regionale Präsenz von Pathologen verzichtet werden kann. „Die Vorteile sprechen klar für die digitale Pathologie“, meint auch Prof. Dr. Hermann Herbst, Leiter des Fachbereichs Pathologie der Vivantes Kliniken in Berlin. „Bei einer Tumorkonferenz, also einer Fallbesprechung mit Ärzten verschiedener Fachrichtungen sind alle benötigten Bilder auf dem System. Wir sparen dadurch viel Zeit und benötigen weniger Personal bei der Vor- und Nachbereitung. Zudem entfallen mit der digitalen Pathologie die Transportwege von Präparaten, wenn eine zweite Meinung gefragt ist. Dadurch können Objektträger auf dem Versandweg nicht beschädigt werden oder verloren gehen.“

 

Hohe Effektivität, verbesserte Arbeitsstrukturen

 

Rund 1500 Pathologen gibt es bundesweit; zu wenige, um die wachsende Nachfrage nach Befunden zu sichern. Eingesparte Zeit durch digitale Pathologie kommt der Versorgung zugute. Investitionskosten von rund 70.000 Euro pro digitalem Arbeitsplatz können eingesparten Personalkosten zur Archivierung von Proben und Vorbereitung von Material für interdisziplinäre Konferenzen gegenüberstehen;  entfallende Reisekosten, effektiveres Arbeiten durch unmittelbare Auffindbarkeit relevanter Bilder und natürlich der Zeitgewinn sowie die Diagnosesicherheit durch Expertenaustausch nicht mitgerechnet. Dass sich die digitale Pathologie durchsetzen wird, davon sind Prof. Schlake und Prof. Herbst überzeugt. „Auch wenn aktuell noch wichtige Fragen zur Handhabung des Datenumfangs und der Datensicherheit zu beantworten sind, gehört die Zukunft der digitalen Pathologie. Wann sie Standard wird, ist nur eine Frage der Zeit.“

 

Neueste Entwicklungen zum Thema digitale Pathologie werden auf dem 13. Europäischen Kongress für Digitale Pathologie präsentiert. Dieser findet vom 25. bis 28. Mai 2016 in Berlin statt.

 

Medien-Angebot: Gerne vermitteln wir interessierten Journalisten Interviewpartner.

Informationsnachweis: Bundesverband Deutscher Pathologen, Robert-Koch-Platz 9,
10115 Berlin, www.pathologie.de, 030 / 30 88 197-0

Pressekontakt: Gabriele Brähler, presse@remove-this.pathologie.de; Tel.: 0176 / 10 35 25 54 

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