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Pressemitteilung: Britisches NICE empfiehlt neuen Test zur Behandlungsentscheidung bei Brustkrebs Deutsche GKV in der Verweigerungsschleife

BDP-Pressemitteilungen, Startseite Dienstag, 29. Oktober 2013

Am 24. September hat das britische National Institute for Health and Care Excellence (NICE) empfohlen, den britischen Versicherten einen Genexpressionstest zur Verfügung zu stellen. Ein solcher Test gibt den behandelnden Ärzten eine Entscheidungshilfe an die Hand, ob man bestimmten Brustkrebspatientinnen die Chemotherapie mit ihren toxischen Nebenwirkungen ersparen könnte oder nicht. NICE empfiehlt Genexpressionstests als Option zur Behandlungsentscheidung.


Der Bundesverband Deutscher Pathologen begrüßt diese Entscheidungshilfe ausdrücklich und hält einen solchen Test auch für deutsche Patientinnen für richtig. In Deutschland ist mit EndoPredict® bereits ein Testverfahren der zweiten Generation auf dem Markt. Er liefert anhand genetischer Merkmale in Kombinationen mit klassischen pathologischen Markern (Tumorgröße und Nodalstatus) signifikante Zusatzinformationen, ob eine Hormontherapie ausreicht, oder ob zu einer zusätzlichen Chemotherapie zu raten ist. Dieser Test ist zudem in der Lage, auch das Risiko für sogenannte späte Metastasen (nach dem 5. Überlebensjahr) präzise vorherzusagen. Der Test wird mittlerweile an rund 25 Instituten für Pathologie in Deutschland und der Schweiz für die klinische Anwendung angeboten. Geeignet ist der Test für etwa 70 Prozent der Brustkrebspatientinnen mit hormonrezeptorpositiven und HER2- negativen Karzinomen.

In Deutschland jedoch verweigert sich vor allem der Spitzenverband der Krankenkassen -definitiv ab 1.10.2013 - der Erstattung von Genexpressionstests mit der Begründung, sie seien nicht ausreichend validiert. „Diese Begründung ist falsch“, betont Prof. Dr. med. Werner Schlake, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, und fordert die GKV auf, ihre Meinung zu ändern und ihre Aussage an die aktuelle „Beweislage“ anzupassen.

„Wie lange will die deutsche gesetzliche Krankenversicherung ausgerechnet hinter dem staatlichen britischen Gesundheitswesen zurückstehen?“ fragt der Verbands-Chef und kritisiert die Behäbigkeit der Verhandlungsführung. Den gesetzlich versicherten Brustkrebspatientinnen laufe derweil die Zeit davon. Das Verhalten der GKV ist für Schlake ein weiteres Indiz für den Ausbau einer Zwei-Klassen-Medizin.

Dr. Christine Winkler
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