Pathologie in den Medien

Bundesverband Deutscher Pathologen: Kritik an Ausschreibung von Diagnostikleistungen

Pathologie in den Medien Dienstag, 25. Oktober 2016

Die Ausschreibung des AOK-Bundesverbandes (AOK-BV) zur Krebsdiagnostik gefährde die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Therapeuten und Diagnostikern in den ogenannten Tumorboards der Krebszentren, sagte Professor Dr. med. Werner Schlake, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen e.V., im Rahmen einer dem 16. Bundeskongress Pathologie (7. bis 9. Oktober 2016) nachgelagerten Pressekonferenz am 18. Oktober 2016 in Berlin.


Folge man der Maxime einer zentralen Diagnostik und dezentraler Therapie, verkenne man die Leistung der hochspezialisierten molekularpathologischen Diagnostik, so Schlake. Diese bestehe eben nicht nur in der Ermittlung und dem Versand von Messwerten, sondern auch und gerade in der Interpretation der Befunde und der Integration in komplexe Krankheitsbilder. Die umfängliche Interpretation externer Befunde sei von den Pathologen während einer Tumorkonferenz nicht zu leisten, betonte Professor Dr. med. Karl-Friedrich Bürrig, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen e.V. Im Interesse einer qualitativ hochwertigen Versorgung sei ein solches Ausschreibungskonzept abzulehnen, zumal man hier von einem Modellcharakter ausgehe, dessen Ausbreitung es im Zusammenspiel mit ärztlichen Kollegen und Patientengruppen zu verhindern gelte – so Schlake. Zum Hintergrund: Im April diesen Jahres hatte der AOK-Bundesverband im Rahmen eines Versorgungskonzeptes (nach § 140a SGB V) zur Behandlungsplanung bei Patientinnen mit Ovarial-, Eileiter oder Peritonealkarzinom die Laborleistungen für spezielle Gentests auf Mutationen der Gene BRCA 1 und BRCA 2 europaweit ausgeschrieben.


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