Stellungnahmen

Resektatstudie

Stellungnahmen Freitag, 16. März 2012

Stellungnahme des Bundesverbandes Deutscher Pathologen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Pathologie e.V.


Sehr geehrte Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Pathologen,
sehr geehrte Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Pathologie,

unter Leitung des Chirurgen Prof. Dr. Benz ist eine Studie „Multizentrische Prospektive Evaluation der Resektatqualität von rechtsseitigen Kolonkarzinomen“ geplant, die zu einer translationalen Studie führen soll, siehe auch Opens external link in new windowwww.resektatstudie.de.

Es ist gute Tradition in der Pathologie, Studien aktiv zu unterstützen. Nach einer Vereinbarung von Deutscher Gesellschaft und Bundesverband werden unterstützenswerte Studien auf der Homepage der Gesellschaft aufgeführt.

Das Design der o.g. Studie hat die Mitglieder unter dem Aspekt der geplanten primären zentralen pathologischen Begutachtung der ca. 600 Resektate irritiert. Dies würde bedeuten, dass schon die pathohistologische Aufarbeitung und Diagnostik nicht von dem ortsansässigen Pathologen, sondern von der Referenzpathologie durchgeführt wird – ein aus Sicht des Faches Pathologie und aus juristischer Sicht problematisches Vorgehen. Es sollte im Vorfeld rechtlich geklärt werden, wer z.B. bei einer Fehldiagnose die ärztliche Verantwortung bzw. die Regressansprüche der Patienten übernimmt und ob das Versenden von nicht-aufgearbeiteten OP-Präparaten mit den Regularien des örtlichen Darmzentrums kompatibel ist?

Sollten sich in den von Ihnen versorgten Krankenhäusern die chirurgische Abteilung an der Studie beteiligen wollen, ist also vorsorglich zu prüfen, ob die ggfs. mit dem Krankenhaus/dem Zentrum getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden oder einer Beteiligung entgegen stehen. Das betrifft auch die Gewährleistung der Tumorkonferenzen, der Einhaltung der Zertifizierungsbestimmungen, der Kooperationsverträge und die Überprüfung der Auswirkung auf ggfs. zu beachtende Mindestzahlen.

BDP und DGP, denen diese Studie vorher nicht bekannt war, haben sich zwischenzeitlich mit der Studienleitung in Verbindung gesetzt. Eine prinzipielle Änderung des geplanten Designs kann nach Aussage der Studienleitung trotz Bedauerns über die Abstimmungs- bzw. Informationsdefizite nicht erfolgen.

Trotz der Zusage, die Routineblöcke den örtlichen PathologInnen für die weitere Versorgung zur Verfügung zu stellen und der Versicherung, dass eine Fortführung der Aktion über die genannte Fallzahl hinaus nicht vorgesehen sei, müssen BDP und DGP darauf hinweisen, dass die Studie in der vorliegenden Form bedauerlicherweise nicht unterstützt werden kann.

Mit kollegialen Grüßen

Prof. Dr. med. W. Schlake   Prof. Dr. med. M. Dietel
Präsident  Vorsitzender
Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.
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