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eBV-aktuell S3-Leitlinie Prostatakarzinom

Startseite, eBV-aktuell, Leitlinien AWMF / ÄZQ Dienstag, 22. Mai 2018


Sehr geehrte Mitglieder,

 

die neue S3-Leitlinie „Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms” (AWMF Registernummer: 043-022OL) wurde veröffentlicht. Herr Professor G. Kristiansen, Bonn, hat für Sie die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst:

 

„Bei der Neuauflage der S3 Leitlinie Prostata haben sich m.E. für Pathologen keine wesentlichen Veränderungen ergeben, allein die Angabe der Graduierung bei den Stanzen wurde etwas vereinfacht, hier wird nun auf die Empfehlungen der ISUP 2014-Konferenz, bzw. der  WHO 2016 verwiesen. Zu diesem Punkt hatte es zuvor immer wieder Rückfragen gegeben, ob man wirklich zu jedem vorhandenen Gleasonmuster präzise Prozentwerte angeben müsse. Nein, muss man nicht, zu empfehlen ist dies aber bei Gleason score 7-Tumoren, hier interessiert sich der Kliniker meist für den Prozentsatz des Gleasonmusters 4. Ansonsten sind die Änderungen der Leitlinie mehr bei Bildgebung und Klinik, insbesondere das multiparametrische MRT wird mehr Einzug in die Patientenversorgung halten:

1.11.1. Wesentliche Neuerungen durch die Aktualisierung 2018 der Leitlinie (Version 5)

1.         In der Primärdiagnostik sollte nach negativer systematischer Biopsie eine Bildgebung mittels MRT und ggf. gezielte plus systematische Biopsien erfolgen, deren

Ergebnis

über weitere invasive Interventionen und weitere Bildgebung entscheidet (siehe Empfehlungen 4.13, 4.14, 4.17).
2.         Vor Einschluss in die Aktive Überwachung sollte eine Bildgebung mittels MRT erfolgen (siehe Empfehlungen 4.18, 5.9).
3.         Die perkutane Strahlentherapie soll in IMRT-Technik unter Einsatz bildgeführter Techniken (IGRT) durchgeführt werden (siehe Empfehlungen 5.19, 5.45).
4.         Bei lymphknotenpositivem Prostatakarzinom nach radikaler Prostatektomie und Lymphadenektomie kann eine adjuvante Bestrahlung in Kombination mit einer

hormonablativen Therapie angeboten werden (siehe Empfehlung 5.61).
5.         Bei hormonsensitivem, metastasiertem Prostatakarzinom sollte zusätzlich zur Androgendeprivation eine Chemotherapie mit Docetaxel oder eine ergänzende

antihormonelle Therapie mit Abirateron (off-Label) empfohlen werden (siehe Empfehlungen 6.17, 6.19, 6.20, 6.21).

6.         Bei kastrationsresistentem, progredientem Prostatakarzinom sollte bei asymptomatischen Patienten bzw. kann bei symptomatischen Patienten als Erstlinientherapie

Abirateron oder Enzalutamid angeboten werden (siehe Empfehlungen 6.32, 6.36).
7.         Bei kastrationsresistentem, progredientem Prostatakarzinom kann nach Ausschöpfen der empfohlenen Therapieoptionen ein Therapieversuch mit Lutetium-177- PSMA

angeboten werden (siehe Empfehlung 6.45).
8.         Im Hormonnaiven Stadium sollten zur Prävention von Komplikationen bei Knochenmetastasen Bisphosphonate nicht eingesetzt werden (siehe Empfehlung 6.50).
9.         Während einer Hormonentzugstherapie sollen rehabilitative Maßnahmen mit Elementen der Bewegungstherapie empfohlen werden (siehe Empfehlung 7.8).

Neu ist auch die Aufnahme des isolierten, d.h. ohne begleitendes invasives Karzinom auftretenden, intraduktalen Karzinoms (IDC-P), welches nun eine Indikation zur Re-Biopsie begründet.“

 

Für die Mitarbeit an der Leitlinie waren seitens des BDP und der DGP Herr Prof. A. Hartmann, Erlangen, Herr Prof. G. Kristiansen, Bonn, und Herr Prof. W. Roth mandatiert

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Henrike Wunder

Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.  

Berlin, www.pathologie.de, Tel. 030 30881970

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