Gemeinsame Pressemitteilung des BDP, der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) und der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN)
Akkreditierung in der Pathologie: Bewährte Qualität sichern, Verfahren weiterentwickeln
Akkreditierung in der Pathologie: Bewährte Qualität sichern, Verfahren weiterentwickeln
Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) hat anlässlich von mehr als 25 Jahren Akkreditierung in der Pathologie und Neuropathologie die besonderen Stärken und Leistungen des deutschen Modells hervorgehoben. Der Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen e. V. (BDP), die Deutsche Gesellschaft für Pathologie e. V. (DGP) und die Deutsche Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie e. V. (DGNN) teilen diese positive Bilanz und unterstreichen die Bedeutung der Akkreditierung für die Qualitätssicherung.
Über viele Jahre hat sich die Akkreditierung als wichtiges Instrument zur Sicherung und Weiterentwicklung diagnostischer Qualität etabliert. Zu den wesentlichen Stärken zählen die fachliche Begutachtung, die Orientierung an der diagnostischen Entscheidung sowie der enge Austausch zwischen Fachwelt und Akkreditierung. An dieser Grundidee halten BDP, DGP und DGNN ausdrücklich fest.
Nach Einschätzung von BDP, DGP und DGNN haben sich die Verfahren in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend von diesem Anspruch entfernt. Wachsende Dokumentations- und Nachweispflichten sowie ein zunehmender Aufwand für systembezogene Anforderungen binden wertvolle personelle, technische und finanzielle Ressourcen. Gleichzeitig wurden die Sektorkomitees abgeschafft, in denen der Austausch zwischen den Fachexpertinnen und -experten und der DAkkS institutionalisiert war. Diese Einschätzung wird von zahlreichen Verbänden und Fachgesellschaften aus dem Bereich der medizinischen Labore geteilt und bereits gemeinsam gegenüber den zuständigen Stellen vertreten. Die Berufsverbände und Fachgesellschaften setzen sich für einen gemeinsamen Dialog zur Verschlankung der Prozesse ein.
„Der positive Blick auf die vergangenen 25 Jahre und unser Wunsch nach einer Reformierung der heutigen Akkreditierungspraxis sind kein Widerspruch. Akkreditierung ist ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Gerade deshalb muss regelmäßig geprüft werden, ob ihre konkrete Ausgestaltung noch ihrem eigentlichen Zweck dient“, erklärt Prof. Dr. med. Ludwig Wilkens, Präsident des BDP.
Maßstab für die weitere Entwicklung des Akkreditierungssystems sollten deshalb gerade jene Faktoren sein, die auch die DAkkS als Grundlage der bisherigen Erfolgsgeschichte hervorhebt: Die fachärztliche Diagnose und die medizinische Kompetenz müssen im Mittelpunkt stehen. Ebenso wichtig bleibt ein verlässlicher fachlicher Austausch mit den betroffenen medizinischen Fachgebieten. Die DAkkS verweist in ihrer aktuellen Veröffentlichung selbst auf die frühere enge Zusammenarbeit mit der Fachwelt und die Bedeutung des Sektorkomitees Pathologie/Neuropathologie.
BDP, DGP und DGNN setzen sich daher für ein Akkreditierungssystem ein, das bewährte Qualitätsstandards erhält und zugleich konsequent dort weiterentwickelt wird, wo zusätzliche Bürokratie, Aufwand und Kosten nicht durch einen Qualitätsgewinn gerechtfertigt werden. In diesem Sinne hoffen die unterzeichnenden Organisationen auf einen konstruktiven Austausch mit der DAkkS.
Kontakt
Frau Dr. rer. nat. Vanessa Kääb-Sanyal | Verbandsdirektorin
Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen e. V. | Berlin
www.pathologie.de | E-Mail: bvpathologie.de | Tel.: +49 30 3088197 0



