Pressemitteilung des BDP
"Pathologie ist die Kombination aus Manufaktur, Expertise und Hightech" - MdB Prof. Matthias Hiller besucht Pathologieinstitut Qualipath in Nürtingen
"Pathologie ist die Kombination aus Manufaktur, Expertise und Hightech" - MdB Prof. Matthias Hiller besucht Pathologieinstitut Qualipath in Nürtingen
„Vielen Dank für den spannenden Einblick in Ihre Arbeit“, betont der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Matthias Hiller (CDU) am Ende des Gesprächs. Hiller, Mitglied des Gesundheits- und Finanzausschusses im Deutschen Bundestag, besuchte am 16.06.2026 im Rahmen des BDP-Formats „Pathologie trifft Politik vor Ort“ das Pathologieinstitut Qualipath in seinem Wahlkreis im baden-württembergischen Nürtingen.
Während des Rundgangs durch das Institut demonstrieren die beiden Institutsleiter Prof. Dr. med. Bence Sipos und Dr. med. Thorsten Biegner die Komplexität der pathologischen Diagnostik. Entlang der einzelnen Arbeitsstationen wird der „Weg der Probe“ nachgezeichnet: vom Probeneingang über die Makroskopie größerer Gewebeproben, den Zuschnitt und die Aufbereitung von Schnittpräparaten für die histopathologische Untersuchung bis hin zu molekularpathologischen Analysen. Hiller, der im Gesundheitsausschuss Berichterstatter für die industrielle Gesundheitswirtschaft ist, erkundigt sich nach Möglichkeiten zur Automatisierung einzelner Arbeitsschritte.
Prof. Sipos erläutert, dass bestimmte Prozesse (Einbetten, Färben, Immunhistochemie) bereits weitgehend automatisiert sind. Trotz der Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz werden in absehbarer Zeit wahrscheinlich nur wenige weitere Prozesse erleichtert. Dazu zählen Dokumentationsschritte oder die künftige KI-gestützte quantitative Analyse von Gewebeproben. Er betont, dass insbesondere der Zuschnitt von Gewebeproben sowie das Ausbetten und Schneiden kleiner Biopsien für die mikroskopische Untersuchung nicht automatisierbar sind. „Das ist wirklich eine Kunst für sich und muss absolut beherrscht werden. Wenn man sich hier vertut, dann ist die Probe weg. Ein gutes Beispiel dafür, dass Pathologie eine Kombination aus Manufaktur, Expertise und Hightech ist.“
Pathologische Diagnostik ist Basis für zielgerichtete Therapien
Sipos und Biegner erläutern zudem die sektorenübergreifende Aufstellung der Pathologie. Die beiden Qualipath-Institute in Stuttgart und Nürtingen versorgen fünf Krankenhäuser, mehr als 360 ambulante Einsender und befunden jährlich rund 72.000 Gewebeproben und 20.000 zytologische Präparate. Im anschließenden Fachgespräch stellt Prof. Sipos Krebsfälle mit komplexen prädiktiven immunhistochemischen und molekularpathologischen Untersuchungen vor. Dabei wird erneut deutlich, welch zentrale Rolle die Pathologie für die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten spielt.
Sipos verdeutlicht, dass die Diagnostik in der gesundheitspolitischen Diskussion häufig zu kurz kommt und – sofern sie thematisiert wird – oftmals mit hohen Kosten assoziiert wird. Tatsächlich sind es jedoch in erster Linie die Therapien, insbesondere in der Krebsmedizin, die hohe Kosten verursachen. Die pathologische Diagnostik, die eine gezielte und individuell angepasste Behandlung von Patientinnen und Patienten überhaupt erst ermöglicht, ist demgegenüber vergleichsweise kostengünstig.
Das BDP-Format „Pathologie trifft Politik vor Ort“, bei dem gesundheitspolitische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zu Fachgesprächen in Pathologieinstitute eingeladen werden, trägt dazu bei, die politische Wahrnehmung der Pathologie zu stärken. Ziel ist es, die Pathologie bei gesundheitspolitischen Reformvorhaben von Beginn an mitzudenken. Nur so kann die hochwertige Versorgung von Patientinnen und Patienten durch präzise Diagnostik langfristig gesichert und weiterentwickelt werden.
Kontakt
Frau Dr. rer. nat. Vanessa Kääb-Sanyal | Verbandsdirektorin
Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen e. V. | Berlin
www.pathologie.de | E-Mail: bvpathologie.de | Tel.: +49 30 3088197 0
Über den Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen e. V. (BDP)
Der BDP ist die berufsständische Vertretung der Fachgebiete Pathologie und Neuropathologie in Deutschland. Pathologinnen und Pathologen untersuchen Körpergewebe und Körperflüssigkeiten daraufhin, ob eine bestimmte Erkrankung, z. B. Krebs, vorliegt oder ausgeschlossen werden kann. Das Ziel ihrer Arbeit ist es, eine Diagnose zu stellen und der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt entscheidende Informationen für die Therapie zu geben. Die Pathologie ist damit eine Schlüsseldisziplin, zum Beispiel in der personalisierten Medizin.
Der BDP ist einer der ältesten Berufsverbände und setzt sich seit jeher für gute berufspolitische Rahmenbedingungen für das Fachgebiet ein. Der BDP entwickelt den Beruf konsequent weiter – und stellt damit die Weichen für eine stets hochqualitative, verlässliche und moderne pathologische Diagnostik. Diese Aufgaben erfüllt er mit seinen 1.600 Mitgliedern, den 80 ehrenamtlich Tätigen und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle in Berlin.



