Weltkrebstag: Ohne Pathologie gibt es keine personalisierte Krebstherapie
„Die Pathologie stellt die Diagnose und wichtige Weichen für Therapieoptionen“, sagt Prof. Dr. Hendrik Streeck (CDU). Der Bonner Bundestagsabgeordnete, Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen und Mediziner war im Vorfeld des Weltkrebstages für einen Fachaustausch zu Gast im MVZ für Pathologie und Molekularpathologie Bonn. Die Pathologie ist ihm aus ärztlicher Tätigkeit und Medizinstudium noch gut bekannt. „Pathologie habe ich gern gemacht“, betont er. In dem konstruktiven Gespräch mit Dr. med. Alinda Várnai-Händel und Dr. med. Christoph Gerlach, den beiden GeschäftsführerInnen des Instituts, ging es um die Rolle und Relevanz der Pathologie für die medizinische Versorgung – speziell die onkologische Versorgung – sowie die Krankenhausreform und die Hybrid-DRG. Die Positionen des Berufsverbands Deutscher Pathologinnen und Pathologen (BDP) zur Verankerung der Pathologie in der Krankenhausreform bewertet Prof. Streeck als nachvollziehbar und sinnvoll und regt Gespräche mit weiteren gesundheitspolitischen EntscheiderInnen an.
Anlässlich des Weltkrebstags betont der BDP wiederholt die zentrale Bedeutung der pathologischen Diagnostik für die Krebsmedizin. Ohne Pathologie gibt es keine gezielte Krebstherapie – und keine personalisierte Medizin. Die pathologische Diagnostik bildet die Grundlage für individuelle Behandlungen. Die exakte Diagnostik von Tumoren, von der klassischen histologischen Untersuchung über immunhistochemische Verfahren bis zur Molekulargenetik, liefert die Informationen, auf deren Basis Therapieentscheidungen getroffen werden. Dem zentralen Prinzip der Stufendiagnostik in der Pathologie folgend, sind für eine präzise Diagnosestellung häufig aufeinander aufbauende Untersuchungsschritte notwendig. Prof. Streeck ist das bewusst. „Dass man vorher meist nicht weiß, was in der Gewebeprobe drin ist, die in die Pathologie geht, ist klar.“ Das macht die Diagnostik mitunter hochkomplex, auch wenn der operative Eingriff vergleichsweise einfach ist.
Pathologinnen und Pathologen sind unverzichtbare PartnerInnen in interdisziplinären Versorgungsteams und für die Entwicklung neuer innovativer und zielgerichteter Therapieformen. Wer nach personalisierter Medizin ruft, muss die pathologische Diagnostik mitberücksichtigen. Trotz dieser Schlüsselrolle wird die Bedeutung der Pathologie in gesundheitspolitischen Debatten häufig nicht angemessen berücksichtigt. Darum ging es auch im Austausch mit Prof. Streeck. Das Format des BDP „Pathologie trifft Politik vor Ort“, bei dem gesundheitspolitische EntscheiderInnen zu Fachgesprächen in Pathologieinstitute eingeladen werden, trägt dazu bei, die politische Wahrnehmung der Pathologie zu steigern, damit die Pathologie in Reformvorhaben von Beginn an mitberücksichtigt wird. Nur so kann die hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten mit präziser Diagnostik nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden.
Kontakt
Frau Dr. rer. nat. Vanessa Kääb-Sanyal | Verbandsdirektorin
Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen e. V. | Berlin
www.pathologie.de | E-Mail: bvpathologie.de | Tel.: +49 30 3088197 0
Über den Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen e. V. (BDP)
Der BDP ist die berufsständische Vertretung der Fachgebiete Pathologie und Neuropathologie in Deutschland. Pathologinnen und Pathologen untersuchen Körpergewebe und Körperflüssigkeiten daraufhin, ob eine bestimmte Erkrankung, z. B. Krebs, vorliegt oder ausgeschlossen werden kann. Das Ziel ihrer Arbeit ist es, eine Diagnose zu stellen und der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt entscheidende Informationen für die Therapie zu geben. Die Pathologie ist damit eine Schlüsseldisziplin, zum Beispiel in der personalisierten Medizin.
Der BDP ist einer der ältesten Berufsverbände und setzt sich seit jeher für gute berufspolitische Rahmenbedingungen für das Fachgebiet ein. Der BDP entwickelt den Beruf konsequent weiter – und stellt damit die Weichen für eine stets hochqualitative, verlässliche und moderne pathologische Diagnostik. Diese Aufgaben erfüllt er mit seinen 1.600 Mitgliedern, den 80 ehrenamtlich Tätigen und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle in Berlin.



