100 Jahre Bundesverband deutscher Pathologen e.V. - Wir entwickeln den Beruf

Was dürfen PatientInnen, Medizin und Gesellschaft von der Pathologie erwarten?

PathologInnen sind ÄrztInnen mit unverzichtbaren Aufgaben in der medizinischen Diagnostik. Sie sind Generalisten für Krankheiten allgemein und tragen durch Obduktionen z. B. zum Verständnis neuer Erkrankungen wie COVID-19 bei. Mehr obduzieren bedeutet mehr über die Krankheiten wissen.

Zugleich sind sie jedoch auch Spezialisten und in der individuellen Krebsmedizin nicht ersetzbar. Ohne PathologInnen, die eine integrative und definitive Diagnose stellen, wäre eine zielgenaue Therapie im Rahmen der Präzisionsmedizin bei Krebserkrankungen undenkbar.

Prof. Dr. med. Bürrig, Präsident

Die Pathologie ist Grundlagenfach und erhält bei einer immer kleinteiligeren medizinischen Aufgabenverteilung den ganzheitlichen Überblick. Sie fungiert als Ratgeber mit zusammenfassenden medizinischen Informationen in den heute essentiellen interdisziplinären Konferenzen bei Krebserkrankungen zu individuellen Patienten. Die Ergebnisse der sich rasch entfaltenden morpho-molekularen Methoden verlangen eine solche ganzheitliche Sichtweise. Dazu hat das Fach ein ausgefeiltes Zweitmeinungs- und Kooperationssystem mit Experten zur Verfügung. Die Pathologie sorgt auch dafür, dass neueste fachtypische Methoden und Erkenntnisse im ganzen Land für alle PatientInnen zur Verfügung stehen. 

Der Bundesverband ist mit hundert Jahren eine der ältesten Institutionen seiner Art in Deutschland. Er entwickelt den Beruf von der Aus- über die Weiterbildung und bereitet besonders den fachlichen Nachwuchs auf seine ärztlichen und sozialen Aufgaben vor. Der Verband destilliert die fachlich-berufliche Erfahrung, leistet praktische Hilfeleistung für Mitglieder und Selbstverwaltung im aktuellen Geschehen und widmet sich der Analyse des zukünftigen Bedarfs. Der Bundesverband ist nicht denkbar ohne seine Mitglieder. Sie beweisen ihre Verantwortung dadurch, dass sie sich zusammenschließen, ihm die Finanzen geben, die es für seine Wirksamkeit braucht und in Diskussion mit denjenigen zu stehen, die sie in die Ehrenämter gewählt haben.  

Pathologie und Verband haben mit Rudolf Virchow einen besonderen Gründungsvater. Er war Arzt und Politiker mit sozialer Verantwortung. Im Jahr unseres 100-jährigen Bestehens liegt Virchows Geburtstag 200 Jahre zurück. Sein Grab auf dem Alten-St.-Matthäus-Kirchhof ist ein Ehrengrab der Stadt Berlin. Der Bundesverband Deutscher Pathologen würdigt ihn durch die Übernahme der Dauerpatenschaft und damit Herrichtung und Pflege der Grabstelle. Virchow sah die Medizin als eine soziale Wissenschaft und die Politik als „Medizin im Großen“. Einem solchen Wirken wird sich der Bundesverband auch in Zukunft verpflichtet fühlen.

Prof. Dr. med. K.-F. Bürrig,
Präsident

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